Alpen im Turtmanntal
Senntum und Schafalpe
Schon im Burgerreglement von 1939 ist die Nutzung der Alpe Senntum, gelegen zuhinterst des Turtmanntales mit Rechten und Pflichten genau beschrieben. Diese Alpe ist nachweislich die älteste Alpe der Burgergemeinde. Auf der alten Senntumhütte (Haus und Speicher) sind die Jahreszahl 1689 und die Buchstaben J.F. – M.B. auf dem Türsturz der Originaltüre eingekerbt. Lokalhistoriker Wilhelm Meyer deutete die Inschrift wie folgt: Johannes Fryli und Maria Bertschen. Fryli und Bertschen waren mächtige Geschlechter in Turtmann. Im Jahre 1691 kaufte die Burgergemeinde Turtmann nachweisbar 21 ¼ Alprechte von der Frylialpe. Die Frylialpe und die Wengeralpe bilden zusammen das Senntum und die Schafalpe der Burgergemeinde. Zahlreiche Ortsbezeichnungen deuten auf diesen Ursprung hin wie Frilitelli, Frilihubel, Frilipletschu, Friliwäng, Frilijoch und Frilihorn.
Das Senntum wurde früher mit Rindern bestossen. Oberhalb des Senntums erstreckt sich auf der linken Talflanke die Schafalpe der Burgergemeinde. Heute werden im Senntum nur noch Schafe gealpt.
Im Jahr 2003 wurde die Hütte im Inneren Senntum im Zuge der Alpzusammenlegungen im Turtmanntal saniert. Die neue Hütte Senntum, erbaut im Jahr 1962, wurde in den Sommermonaten der Jahre 2018 und 2019 aufwändig renoviert und den heutigen Bedürfnissen angepasst. Die moderne Behausung dient nicht mehr als Unterkunft für die Hirtschaft, sondern wird als Ferienhaus vermietet.
Alpe Bitzu
Anfangs der 60er Jahre des letzten Jahrhunderts kaufte die Burgergemeinde die Alpe Bitzu von Privatgeteilen, mehrheitlich aus Niedergesteln stammend.
Talauswärts an das Senntum grenzend, erstreckt sich diese Alpe bis zur Alpe Blumatt und liegt unterhalb vom Kaltenberg. Die Alpbewirtschaftung erfolgt heute mit Schafen und einigen Pferden.
Der Alpname „Zär Bitzu“ kann zwei Bedeutungen haben. Entweder meinte man „ä Bitz“, ein Bisschen, ein kleines Stück oder man meinte „än Bissu“, einen Keil. Die Alpe Bitzu ist wie ein Keil zwischen den viel grösseren Alpen Blumatt (talauswärts) und Turtmann-Senntum, eingeklemmt. Nachgewiesen, auf einem alten Balken eines abgerissenen Stalles, fand man die Inschrift HH CK + 1667. Die Gemächer und Ställe im unteren Stafel wurden wegen der Hochwassergefahr durch die Turtmännu Ende der 60er Jahre abgerissen. Noch heute kann man die Grundrisse der ehemaligen Bauten erkennen.
Alpe Brändji
Diese Alpe liegt auf der rechten Talseite und ist bekannt durch einen wunderbaren kleinen Bergsee in der Talebene, den Brändjisee. Der Reichtum der Alpe Brändji liegt in den zahlreichen und ergiebigen Bergquellen, die Trinkwasser von bester Qualität liefern. Eine Quelle wurde im Zuge der Alpsanierung gefasst und dient der Versorgung der Bergkäserei der Alpe Blumatt und des Weilers „Innere Hittu“ und der Ortschaft Blumatt.
Auch an der Alpe Brändji besitzt die Burgergemeinde Turtmann seit den 90 Jahren des letzten Jahrhunderts die Mehrheit der Alprechte. Der Burgerrat stellt 2 von 3 Alpverwaltern. Die Alpe Brändji wird heute mit Rindern bestossen.
Wer mehr über das Turtmanntal, die Alpbewirtschaftung, seine Traditionen und Geschichte erfahren will, verweisen wir auf die interessante Sammlung von Jean-Pierre Meyer (www.turtmanntal-meyer.ch).
